Werbung einmal anders

Werbung einmal anders

TV Werbespots haben es heutzutage nicht einfach.

Immer mehr Menschen schauen sich Serien und Filme über Streamingdienste an und haben dabei auch oft noch Add-Blocker aktiviert, wodurch sie keine Werbung vor dem gewünschten Film oder der Serie angezeigt bekommen. Darum müssen Werbemacher mittlerweile mehr bieten als einen Slogan, der einen Ohrwurmcharakter hat und sich wie ein hartnäckiger Fleck ins Gedächtnis brennt.

Da muss schon ein kleines Skandälchen oder manchmal auch ein größer Skandal her. Etwas, über das die Leute reden und sie im Idealfall dazu bringt, den Werbespot über die sozialen Medien zu verbreiten.

Dadurch gab es in der letzten Zeit immer wieder kuriose und manchmal auch verstörende Werbungen, die diesen Zweck nicht verfehlt haben. Das jüngste Beispiel hierfür stammt von Burger King. Die Fast Food Kette sorgte ungewollt für zusätzliche Lacher, da sich User aus dem Netz ungeplant an dem Projekt beteiligt haben.

Aber was war eigentlich los?

Burger King hat einen Werbespot für den Whopper gedreht, in dem ein Mitarbeiter am Ende des Spots sagte, er könne in einer so kurzen Zeit überhaupt nicht alle Vorteile des Whoppers aufzählen. Doch der junge Mann hatte eine brillante Idee. Er sagte einfach:

„ Ok Google, was ist der Whopper-Burger?“

Mit diesem eigentlich ganz harmlosen Satz aktivierte sich der Sprachassistent von Google und sämtliche Smartphones, die in Hörweite waren als der Spot ausgestrahlt wurde, sind der höflichen Aufforderung nachgekommen und hatten den Wikipediaartikel des Whoppers vorgelesen. Dadurch generierte Burger King eine kostenlose zusätzliche Werbung und war in null Komma nichts Gesprächsthema Nummer 1.

Google selbst wusste von dem Schachzug nichts und war weniger begeistert. Darum hat Google dem Ganzen schnell einen Riegel vorgeschoben und die Sprachsteuerung geändert, sodass die Smartphones nicht mehr auf den Werbespot reagierten.

Zuvor wurde die Rezeptangabe auf der Wikipediaseite um ein paar besondere Zutaten ergänzt, darunter zum Beispiel „abgeschnittene Fingernägel“ und ähnliche Unappetitlichkeiten. Nicht gerade jedermanns Geschmack. Diese Besonderheiten fanden ihren Weg in die Zutatenliste, da Wikipedia die Möglichkeit bietet einen Artikel zu erstellen oder zu ändern und dies haben findige Nutzer gleich genutzt, um den Artikel anzupassen.

Wikipedia hat mittlerweile darauf reagiert und seine Funktionen für diesen Artikel gesperrt. Durch die Einmischung der User wurde aus dem Werbestreich von Burger King ein noch viraleres Video als geplant. Ob der Spot langfristig in Erinnerung bleibt, werden wir allerdings noch sehen müssen.

Dies war aber nicht die einzige merkwürdige Werbeaktion.

Besonders PlayStation schafft es immer wieder mit nahezu verstörenden Spots, das Erscheinen der neuen Konsole anzukündigen.

Wenn man sich vorstellt, wie eine Werbung für eine Spielekonsole aussieht, denken die meisten vermutlich erst mal an glückliche Menschen, die ein Spiel spielen. Einige werden auch an epische Spielwelten denken und an das Vergnügen mit Freunden oder der Familie ein wenig zu zocken. Sony allerdings denkt dabei eher an weinende Babypuppen in nahezu leeren, seltsam ausgeleuchteten Räumen.

Kurze Erklärung. Der Spot läuft wie folgt ab:

Eine nackte Puppe, wie sie jeder schon mal gesehen hat, ob aus seiner Kindheit oder dem letzten Horrorfilm, lassen wir mal außen vor.

Diese Babypuppe sitzt während des ganzen Clips auf dem Boden eines leeren Raumes, nur die PlayStation steht ihr gegenüber. Um den Horrorfaktor noch zu unterstreichen, öffnet die Puppe plötzlich ihre Augen und bewegt den Mund, während im Hintergrund verzerrte Kleinkindergeräusche zu hören sind.

Sie beginnt regelrecht besessen zu wirken, besonders durch ein kurz zu hörendes Lachen, welches eindeutig zu einem Horrorfilm gehört. Püppi starrt unablässig die PlayStation an und gibt dabei diese markigen Geräusche von sich. Anschließend blinzelt die Puppe mehrmals und beginnt zu weinen. Gleichzeitig hört man weiterhin die verzerrten Babygeräusche, welche mal fröhliche und mal verängstigt klingen.

Bis hierhin ist es schon obskur genug, doch danach laufen die Tränen auch noch zurück in die Augen der Puppe, in denen sich unkenntliche Bilder wiederspiegeln. Zum Schluss wird nochmal auf die PlayStation geschwenkt.

Tja etwas weniger kinderfreundlich als erwartet, und auch einige Erwachsene sind sicherlich mehr verwirrt als mitgerissen von dem Spot.
Ob dieser Werbetrailer Eltern von jüngeren Kindern dazu bewegt hat, die Konsole zu kaufen, möchte ich an dieser Stelle stark bezweifeln. Unterhaltend und etwas verstörend ist er auf jeden Fall.

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