Weißt Du, was eine Datenkrake ist?

Weißt Du, was eine Datenkrake ist?

Weißt Du, was eine Datenkrake ist?

Antwort: Ein Organismus, der ständig so tut, als sei er ein harmloses Tintenfischlein und sich dann als informationshungrige Riesenkrake erweist.

Dieser Vergleich könnte durchaus auch auf Facebook passen.

Sicher erlebst auch Du es, dass heute allüberall auf den Tannenspitzen kleine Datenkraken sitzen. Sie fordern Dich auf, zu jedem medialen Windhauch eine Meinungsäußerung in Form eines „Likes“ von Dir zu geben. Dadurch erkennen sie, was Du magst und was Du ablehnst. So können sie die Werbung passgenau auf Dich abstimmen.

Durch Likes und Kommentare gibst du ständig Daten über Dich preis, die die Datenkrake fröhlich verwerten kann. Datenkraken wie Facebook verweisen außerdem bei jeder zweiten Webseite oder Online-Zeitungsmeldung darauf, dass Du auf Facebook mehr erfahren kannst und am besten gleich selbst ein Profil eröffnest. Bei wie vielen Menschen dieser Aufruf funktioniert, ist unbekannt. Möchtest Du Dich aber Wochen oder Monate später mit Deinem neu gegründeten Verein bei der nimmersatten Datenkrake einloggen, verhindert Facebook das – zumindest unter dem Vereinsnamen. Irgendwann hattest Du wahrscheinlich schon einmal einen Facebook-Account eröffnet. Weil jeder einen hatte – oder um zu sehen, ob Du etwas verpasst. Vielleicht kamst Du damals zu dem Schluss, dass Du absolut nichts verpasst. Du hast nach langem Suchen eine Möglichkeit gefunden, Deinen Account wieder zu löschen. Deine Daten hat die Datenkrake trotzdem noch irgendwo gespeichert. Wozu sonst sind ihre ellenlangen Tentakeln da?

Was einmal als Datensatz in ihren Fängen war, kann einer geübten und nimmersatten Datenkrake nicht mehr entkommen. Deshalb erinnert die Datenkrake sich jetzt auch, dass Du Boswella Sulzig-Schmönkelhausen heißt und immer noch dieselbe IP-Adresse hast. Sie erlaubt Dir daher mit Verweis auf möglichen Missbrauch nicht, Dich unter dem Vereinsnamen einzuloggen. Terroristen, Salafisten und Rechtsnationale dürfen das aber. Datenkraken wie Facebook tun sich schwer, deren Hasskommentare zu löschen oder gar solchen Gruppen den Zugang zu sperren. Eine Krake sticht der anderen doch kein Auge aus.

Ja – und nun: Diskutieren Sie doch bitte mit, damit die Datenkraken dieser Welt wissen, was Sie denken. Der Werbewirtschaft nützt das allemal. Vielleicht auch dem Bundesnachrichtendienst, wer weiß.

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