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Muss es immer das neueste Handy-Flaggschiff sein?

Warum der Vorgänger oft völlig ausreicht.

Es ist der immer gleiche Kampf der Titanen: Samsung brachte am 18. April das neue Flaggschiff S8 heraus und Apple folgt kurz vor dem Weihnachtsgeschäft mit dem iphone X. Von Huawei, Sony oder Nokia ist kaum noch die Rede, wenn die beiden Titaten in den Ring treten.

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Vor Huawei gibt es nur zwei Plätze und auf denen wechseln sich Apple und Samsung regelmäßig ab – je nachdem, wer gerade sein neues Smartphone-Flaggschiff auf den Markt bringt. Beide Hersteller nutzen unterschiedliche Betriebssysteme: Samsung setzt auf Android und Apple auf iOS. Es ist eine Glaubensfrage, welches besser ist und jede der beiden „Religionen“ hat viele Anhänger und Kritiker. So stellt sich für die meisten Handynutzer am Ende nicht die Frage, von welchem Hersteller sein nächstes Handy sein soll, sondern ob es das Neueste seines jetzigen Herstellers sein muss.

Die Spaßbremse ist der Preis: Das S8 kostete zum Marktstart etwa 800 Euro und auch mit Smartphonetarif zahlt man letztlich diesen Preis in Raten. Viele schlugen trotzdem zu, andere hadern noch:

Muss es das neueste sein? Oder wartet man lieber, bis das S9 kommt und das S8 billiger wird?

Folgt man dieser Logik, könnte man auch jetzt schon das S7 kaufen. Gut, das hat kein Infinity-Display, aber da hören die großen Unterschiede auch schon auf. Dafür gibt es aber das Samsung S7 EDGE, das ein Infinity-Display hat und auch sonst in den Funktionen dem Nachfolger S8 in nichts nach steht, das der Normal- und Poweruser im Alltag wirklich benötigt. Muss man für das S8 Stand Oktober 2017 um die 540 Euro hinblättern, sind es für das S7 EDGE ganze 100 Euro weniger. Da man ja auch eine neue Handyhülle braucht, vielleicht noch ein Qi-Ladegerät, eine neue SD-Card und was man sonst noch mit einem neuen Handy an Zubehör kauft, sind 100 Euro eine nette Ersparnis, die man in Handyzubehör investieren kann. Auch mit Vertrag ist das S7 EDGE günstiger, als das S8. Im Monat sind es nur 5 bis 10 Euro, aber auf die ganze Laufzeit spart man 120 bis 240 Euro.

Um bei Samsung zu bleiben, zumal dort der Sprung zwischen dem S5 und dem S8 groß ist und vielleicht mehr ins Gewicht schlägt, als zwischen Apples iPhone 7 und dem iPhone X – was hat denn das S8, was das S7 EDGE nicht hat?

Beim S7 EDGE konnte man zwischen 32 GB und 64 GB Speicher wählen – beim S8 gibt es nur die 64-GB-Variante. Wenn man das braucht, zahlt man für das S7 EDGE um die 550 Euro und kann für den Preis auch das S8 kaufen. Reichen 32 GB Speicher – zumal man ja mit SD-Card den Speicher erweitern kann – zahlt man nur noch 470 Euro und das ist bedeutend weniger.
Das war dann auch schon der große Unterschied: Das S8 ist ein wenig schmaler und dicker, ein wenig leichter, ein wenig leistungsfähiger, aber auch stromhungriger, es hat ein anderes Displayformat, wobei noch nicht klar ist, ob alles bei 18:9 denn auch zufriedenstellend dargestellt wird. Das S7 EDGE hat das etablierte 16:9-Format.

In beiden Smartphones werkeln 64-Bit-Octacore-Prozessoren mit 2.300 MHz, lediglich trägt der Exynos im S7 EDGE die Nummer 8890 und im S8 die 8895. Die Taktrate des Grafikprozessors ist beim S7 EDGE mit 650 MHz sogar höher, als beim S8 mit 546 MHz, dafür hat der aber fast doppelt so viele Kerne. Nur: Wer merkt da schon den Unterschied? Video-Fans, Gamer und Leute, die mit ihren Handys komplizierte Berechnungen anstellen – und damit ist nicht die Taschenrechner-App gemeint – mögen einen Unterschied merken. Das Profilbild von Omma jedoch sieht bei beiden gleich aus.

Alle anderen Fähigkeiten unterscheiden sich kaum: Das S8 unterstützt beim WLAN das Band Galileo. Kennen Sie nicht? Eben! Bei der Kamera gibt es Unterschiede bei der Aufnahmegeschwindigkeit und der Sensorgröße, aber das sind Werte, die eher für Fotografen interessant sind und die nutzen regelmäßig nicht ihr Handy zum Fotografieren.
Wie man also sieht, lohnt sich der Vergleich des begehrten neuen Flaggschiffes mit dem abgelösten alten. Schaut man sich die Datenblätter genau an und vergleicht die beiden Handys, dann kann man entscheiden, was man wirklich braucht und ob es sich lohnt, so viel mehr Geld auszugeben. Wer außer seinem Handy noch einen Laptop oder PC sein Eigen nennt, braucht meistens kein besonders leistungsfähiges Smartphone, weil sich vieles damit besser erledigen lässt und ohne Handy-Nacken und zusammen gekniffenen Augen am großen Bildschirm sowieso angenehmer ist.

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